Welche Reifen dürfen auf mein Auto? So findest du es heraus

Welche Reifen auf dein Auto dürfen, steht in erster Linie in deiner Zulassungsbescheinigung Teil I (dem Fahrzeugschein) sowie in der Betriebserlaubnis (ABE) deines Fahrzeugs. Dort sind alle zugelassenen Reifengrößen, Geschwindigkeitsindizes und Tragfähigkeitskennzahlen aufgelistet, die du legal fahren darfst. Ein Reifen, der dort nicht aufgeführt ist, braucht entweder eine separate Einzelabnahme durch einen TÜV- oder DEKRA-Prüfer oder ein ECE-Prüfzeichen plus Eintrag.

Das klingt nach Bürokratie, hat aber einen guten Grund: Reifen beeinflussen Bremswege, Fahrstabilität und das Verhalten bei Notbremsungen direkt. Ein falscher Reifen kann dazu führen, dass deine Kfz-Versicherung im Schadensfall die Leistung kürzt oder ganz ablehnt.

Wo findest du die zugelassenen Reifengrößen für dein Auto?

Die verlässlichste Quelle ist dein Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I). Im Feld 15.1 steht die Reifengröße für die Vorderachse, in Feld 15.2 die für die Hinterachse. Sind mehrere Größen eingetragen, darfst du jede davon montieren, aber immer nur eine Größe pro Achse.

Zwei weitere Quellen, die weiterhelfen:

  • Fahrzeugherstellerwebsite oder Bedienungsanleitung: Die meisten Hersteller listen alle freigegebenen Reifenoptionen für jedes Modell auf. Diese Angaben sind kostenlos und modellgenau.
  • Reifenportale mit Fahrzeugauswahl: Viele Reifenhändler bieten eine Suchfunktion an, bei der du Kennzeichen oder Fahrzeugdaten eingibst und dann nur die zulässigen Größen angezeigt bekommst. Das ersetzt aber nicht den Fahrzeugschein als rechtlich maßgebliche Grundlage.

Was bedeuten die Zahlen auf dem Reifen?

Auf jedem Reifen steht eine Bezeichnung wie zum Beispiel 205/55 R16 91V. Jede Zahl hat eine konkrete Bedeutung:

Angabe Bedeutung Beispiel
205 Reifenbreite in Millimetern 205 mm breit
55 Querschnittsverhältnis (Höhe zu Breite) in Prozent Flankenhöhe = 55 % von 205 mm
R16 Radialbauweise, Felgendurchmesser in Zoll 16-Zoll-Felge
91 Tragfähigkeitsindex (Load Index) 91 = maximal 615 kg pro Reifen
V Geschwindigkeitsindex V = bis 240 km/h zugelassen

Wichtig: Der Tragfähigkeitsindex und der Geschwindigkeitsindex auf dem neuen Reifen dürfen nicht niedriger sein als die Werte im Fahrzeugschein. Höher ist erlaubt, niedriger nicht.

Welche Reifen dürfen auf mein Auto, wenn ich eine andere Größe möchte?

Manchmal will man auf breitere Reifen umrüsten oder eine andere Felgengröße wählen. Das ist grundsätzlich möglich, aber nur unter bestimmten Bedingungen:

  • Die neue Reifengröße muss in der ABE oder im Fahrzeugschein eingetragen sein, oder
  • der Reifen muss ein ECE-Prüfzeichen tragen und vom Reifenhersteller für dein Fahrzeug freigegeben sein (sogenannte OEM-Freigabe), oder
  • die Änderung wird vom TÜV oder DEKRA abgenommen und in den Fahrzeugschein eingetragen.

Fährst du mit nicht eingetragenen Reifen, riskierst du ein Bußgeld, den Verlust der Betriebserlaubnis und im schlimmsten Fall Probleme mit der Versicherung nach einem Unfall.

Sommer, Winter, Ganzjahr: Welche Reifenart ist wann vorgeschrieben?

In Deutschland gilt seit 2010 eine situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet: Bei winterlichen Straßenverhältnissen (Schnee, Eis, Reifglätte) musst du Winterreifen oder geeignete Ganzjahresreifen aufziehen. Diese erkennst du am Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke). Reifen, die nur das M+S-Symbol tragen, gelten seit Januar 2018 für Neufahrzeuge nicht mehr als vollwertiger Winterreifen.

Ein festes Datum gibt es nicht, aber die Faustregel „O bis O“ (Oktober bis Ostern) hat sich bewährt. Bei Verstoß droht ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. Wenn du durch deine falsche Bereifung einen Unfall mitverursachst, kann das Bußgeld auf bis zu 120 Euro steigen.

Reifendimension selbst prüfen: So gehst du vor

Du brauchst dafür nur deinen Fahrzeugschein und fünf Minuten:

  1. Öffne die Zulassungsbescheinigung Teil I und suche die Felder 15.1 und 15.2.
  2. Notiere die dort angegebene Reifengröße (zum Beispiel 195/65 R15 91H).
  3. Vergleiche diese Angaben mit dem Aufdruck auf deinem aktuell montierten Reifen.
  4. Prüfe, ob Tragfähigkeitsindex und Geschwindigkeitsindex mindestens so hoch sind wie vorgeschrieben.
  5. Willst du eine andere Größe, frag beim TÜV, DEKRA oder deiner Fachwerkstatt nach, ob diese ohne Eintrag zulässig ist.

Häufige Fragen kurz beantwortet

Darf ich vorne und hinten verschiedene Reifenmarken fahren? Ja, das ist legal, solange beide Reifen die zulässige Größe haben. Auf einer Achse solltest du aber immer identische Reifen montieren, also gleiche Größe, gleichen Typ und möglichst gleiche Marke.

Darf ich Sommerreifen das ganze Jahr fahren? In Deutschland gibt es keine generelle Ganzjahrespflicht für Winterreifen. Sommerreifen sind im Sommer erlaubt. Bei winterlichen Straßenverhältnissen bist du jedoch verpflichtet, geeignete Winterreifen zu nutzen.

Was ist, wenn mein Auto runflat-Reifen hat? Runflat-Reifen (auch ZP oder ROF markiert) dürfen nur auf Felgen gefahren werden, die dafür ausgelegt sind. Prüfe das im Fahrzeugschein oder bei deinem Hersteller.

Wie alt dürfen Reifen sein? Es gibt keine gesetzliche Altersgrenze in Deutschland, aber TÜV-Prüfer und Reifenhersteller empfehlen, Reifen nach spätestens sechs bis acht Jahren zu ersetzen, unabhängig vom Profil. Das Alter erkennst du an der DOT-Nummer am Reifenrand.

Die wichtigste Anlaufstelle bleibt immer dein Fahrzeugschein. Wer dort die Werte genau pr

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